Spur 7/7

Vier Kameras, in den vier Ecken eines quadratischen Raumes positioniert, zeichnen jeden Tag sieben Stunden lang das Innenleben eines für die Besucher_innen begehbaren Raumes auf. Die vier Kamerabilder werden zeitgleich an die vier Wände des Raumes projiziert. Der Raum ist nicht zu betreten, ohne selbst aufgezeichnet und dadurch Teil der siebentägigen Performance zu werden.

Zuschauerreaktionen aus der Testphase:
„Erst nachdem ich die Installation verlassen hatte, kam mir der Gedanke, welche Bilder ich hinterlassen habe und ob sie morgen noch da sind.“
„Ich wollte gerne meine Markierung hinterlassen, an den Pfosten pinkeln.“

Ab dem zweiten Tag der Installation werden die aufgezeichneten Bilder der Vortage in einer Sandwich-Montage über die aktuelle Live-Projektion gelegt. Die Besucher_innen sehen also auf den vier Projektionswänden: Sowohl sich selbst in der aktuellen Aufnahme, als auch darunter die Projektionen der vorherigen Tage.

Zuschauerreaktion aus der Testphase:
„Mir war der reale Kontakt mit den tatsächlich Anwesenden, die ich nicht kannte, zu intim. Aber unsere Projektionen konnten ja miteinander spielen. Jetzt oder morgen.“

Am siebten Tag bestehen die Projektionen aus sieben Schichten. Das fortschreitende Überschichten der vergangenen Kamerabilder führt zu einem allmählichen, aber unaufhaltsamen Verblassen der älteren, flüchtigen Spuren. Der Konstante des jeden Tag neu eingeschriebenen Raumes steht die ephemere menschliche Erscheinung gegenüber.

Konzept: RUE OBSCURE
Technische Realisation: SUKIPIX, Münster
Fotos: Karina Behrendt

Pretesting
Leerstehendes Ladenlokal in Münster, Berg Fidel
September 2013